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Weltblick

Javier Milei: Argentiniens Chance auf Veränderung

Seit einem Jahr ist Javier Milei nun im Amt, als Präsident des acht größten Landes der Welt und der zweitgrößten Volkswirtschaft Südamerikas. Von den klassischen Medien wird er gern als Populist oder Verrückter “el loco” abgetan, der den Sozialstaat mit der Kettensäge zu Kleinholz verarbeiten möchte. Doch was steckt hinter “el loco”?

Quelle: InfoCielo 25.02.2026

Javier Milei wurde am 22.10.1970 in Buenos Aires geboren und interessierte sich schon früh für Fußball. In seiner aktiven Zeit als Fußballer galt er als begabter Torwart. Durch die ständigen Wirtschaftskrisen Argentiniens began er bereits zeitig sich für wirtschaftliche Zusammenhänge zu interessieren und ließ den Fußball hinter sich. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Belgrano und hat einen Abschluss in Wirtschaft und Management. Er ist ein leidenschaftlicher Verfechter der österreichischen Schule und bezeichnet sich selbst als Anarchokapitalisten.

Argentinien hat eine bewegte wirtschaftliche Vergangenheit, die zwischen den Extremen schwankt. So galt es vor der Amtszeit Juan Perons als eines der wohlhabensten Länder der Welt. Und in vielen Teilen der Welt pflegte man zu sagen “Reich wie ein Argentinier” zu Menschen, die zu beachtlichen Wohlstand gekommen waren. Auch Städte wie Buenos Aires zeugen noch heute von dieser Vergangenheit. Mit dem Aufstieg des Peronismus unter Juan Peron, änderte sich der wirtschaftliche Wohlstand zur kollektiven Verarmung. Besonders unter dem Einfluß des Kirchnerismus unter Nestor Kirchner und seiner Frau und späteren Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner, kam es zu massiven Eingriffen des Staates in die Wirtschaft. So gab es immer wieder Verstaatlichungen von Betrieben und verstärkten Kapitalmarktkontrollen, um eine weitere Flucht in den US-Dollar zu unterbinden. Jedoch erwiesen sich diese Maßnahmen als wenig hilfreich und die Wirtschaft strauchelte. Bei der Wahl Javier Mileis stand der EMBI-Score ( Emerging Markets Bond Index) bei rund 2400 Basispunkten während der Chiles bei unter 200 lag.

Erklärung: der EMBI-Score misst den Risikozuschlag (Spread), den Investoren für ihre Anleihen im Vergleich zu als sicher geltenden US-Staatsanleihen verlangen. Ein Basispunkt ergibt 0,01 Prozent Zinsen, was im Fallbeispiel Argentiniens mit rund 2400 Basispunkten bedeutet das Anleger 24 Prozent Zinsen auf Staatsanleihen verlangen.

Nach einem Jahr ist es Javier Milei gelungen diesen Wert auf 665 (Stand 18.12.2024) zu senken. Was dazu führt, dass der argentinische Staat sich leichter entschulden kann und die Zinszahlungen am Haushalt einen kleineren Anteil einnehmen. Jedoch ist anzumerken, dass der aktuelle Wert im Vergleich zu anderen Staaten Südamerikas immer noch erhöht ist. Und Argentinien sich unter einem Niveau von 300 bewegen sollte, um ein atraktiver Standort zu werden.

Armut

Bei der Amtübernahme Mileis lag die Armutsquote bei 42 Prozent und stieg zwischenzeitlich auf 56 Prozent an. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Regierung Milei massiv Regierungsausgaben gesenkt und staatliche Subventionen zurückgefahren hat. Mittlerweile ist die Armut auf 49 Prozent gesunken und die Zahl der Selbstständigen ist aufgrund der Deregulierung gestiegen.

Schulden und Haushaltsüberschuss

Mit einer Verschuldung von 400 Milliarden US-Dollar, was 155 Prozent des Brutoinlandsproduktes (BIP) entsprach, erbte Javier Milei ein schwere Hinterlassenschaft. Was in etwa der Schuldenquote von Griechenland (163,6 Prozent) entspricht. Alleine beim internationalen Währungsfond hatte Argentinien Schulden in Höhe von 45 Milliarden US-Dollar und hielt damit einen Rekord. Durch die massiven Sparmaßnahmen gelang es der Regierung Milei, rund 50 Milliarden Euro dieser Schulden in einem Jahr abzutragen. Was dazu führte, dass Argentinien seitens des Internationalen Währungsfonds gelobt wurde, sein Schuldenproblem in Angriff zu nehmen.

Internationale Beziehungen

Javier Milei macht keinen Hehl daraus, wo er sich verortet – an der Seite der USA und Israels. Dies hat ihm viel Kritik seitens linker Politiker und Aktivisten eingebracht. Besonders die Beziehung zu Spaniens linken Präsidenten Pedro Sánchez, hat einen schweren Dämpfer erlitten, als Milei und die Regierung Sánchez sich gegenseitig beleidigten. Da Milei sich selbst als libertären Vorkämpfer sieht und Sánchez als Anführer der 2. Internationalen, dürfte die Situation weiter angespannt bleiben. Die Beziehungen zu den USA hingegen, sind herzlich, wie sie es selten in der argentinischen Geschichte waren. Gerade zum wiedergewählten Donald Trump pflegt Milei ein freundschaftliches Verhältnis.